Linux + Windows = unverträglich?
Geschrieben von Bernhard Husch   
Montag, 14. Juni 2010

Linux + Windows = unverträglich?

Als hartgesottener Linux-Benutzer dulde ich kein MS-Windows in meiner Umgebung!

desktop.jpg.png
Fenster des Gast-Windows-Systems unter Linux

Das sagt man so leicht. Es gibt aber manchmal Situationen, in denen man ohne ein derartiges (abartiges) System nicht auskommt. So habe ich bisher noch keine befriedigenden Lösungen für die Unterstützung mancher meiner Audiogeräte  gefunden (z. B. Synthesizer von Roland usw.).

Wat nu?


Vor einiger Zeit wurde ich auf die VirtualBox als Virtualisierungssoftware aufmerksam gemacht. Stefan Becker beschreibt in linuxforen.de kurz und treffend, was die VBox ausmacht:
 
"1.1) Was ist VirtualBox?

VirtualBox vom Hersteller "Oracle" (früher "InnoTek", danach "Sun") ist wie VMWARE Workstation ein PC-Emulator.

Bei dieser Software wird wie bei VMWARE die CPU nicht nachgebildet wie etwa bei Qemu, sondern der Gast direkt auf der CPU ausgeführt. Daher spricht man hier häufig auch von Virtualisierern, während Qemu daher auch als CPU-Emulator bezeichnet wird.

Die Software bildet einen PC nach, in dem fast beliebige Betriebssysteme installiert und betrieben werden können.

Dadurch kann ohne Reboot z. B. Windows in VirtualBox parallel zu Linux und damit auch Windows Software parallel betrieben werden.

Wie bei anderen PC-Emulatoren wird eine grosse Datei auf der Hostfestplatte als virtuelle Festplatte für den Gast angelegt und genutzt. Man kann also ohne Änderung der Partitionierung parallel Windows installieren.

VirtualBox gibt es für Windows, Linux, MacOS X (Intel), OS/2 und Solaris.

Als Host geht sowohl ein 32 als auch 64 Bit Linux.

Ein 32 Bit Gast ist grundsätzlich möglich. Ein 64 Bit Gast erfordert hingegen einen aktuellen Prozessor mit Virtualisierungstechnik (Intel VT / AMD Pacifica). Ein 64 Bit Gast lässt sich dann auch auf einem 32 Bit Host OS installieren. Grundsätzlich muss das Gast OS natürlich von VirtualBox unterstützt werden.


1.2) Emulierte Hardware:

Unabhängig von der echten Hardware emuliert VirtualBox für den Gast-PC die folgende Hardware:

- CPU: x86 Prozessor, AMD 64 Prozessor ab Version 2.0
- SMP (Symetric Multi Processessing, mehrere virtuelle CPUs) ab Version 3.0
- ACPI, IO-Apic, Intel VT / AMD Pacifica, PAE
- Festplatte: 3 virtuelle Images per IDE Controller, SATA Controller, ab Version 2.10 SCSI Controller
- CDROM/DVD: mehrere IDE-Laufwerke, direkter Zugriff durch "Passthrough"
- alternativ auch ISO-Images als CD/DVD-Laufwerk
- Diskettenlaufwerk (Image, echtes Laufwerk)
- Grafikkarte: VirtualBox Super VGA, native 2D Beschleunigung, 3 D Open GL, DirectX über OpenGL
- Netzwerkkarte: AMD-PCNet, Intel E1000, paravirtualisiertes Netzwerk (virtio)
- USB 1.1 / USB 2.0 EHCI (nicht in OSE Version!)
- Soundkarte: Intel 82801 - AC97 Codec (OSS, Alsa, Pulse), SoundBlaster 16
- serielle Schnittstelle


1.3) Virtuelles Netzwerk

VirtualBox bietet folgende Netzwerktechniken:

- NAT (Natural Adress Translation): Zugriff auf das Internet und lokale Ressourcen (siehe Kapitel 5)
- Bridged: Der Gast ist wie ein eigenständiger PC im Netzwerk mit allen Möglichkeiten und Risiken (siehe Kapitel 6)
- Internal: virtuelles Netzwerk zwischen VirtualBox Gästen ohne Zugriff nach außen
- Hostonly: Wie internal, aber auch Zugriff auf Ressourcen des Hosts möglich

Die Auswahl wird beim Anlegen eines Gastes getroffen, kann später aber beliebig geändert werden.


1.4) Performance:

VirtualBox liegt bezüglich der Performance auf Augenhöhe mit VMWARE. Im Vergleich zu Qemu ist es wesentlich schneller.


1.5) Closed vs. Open Source:

Von VirtualBox gibt es 3 verschiedene Lizenzen.

- Open Source: Bei einigen Distributionen kann man VirtualBox über das Paketmanagement installieren. Oder man kann VirtualBox selbst übersetzen. Allerdings fehlen hier einige Funktionen wie USB / RDP.
- PUEL: PUEL steht für "VirtualBox Personal Use and Evaluation License". Als Privatanwender kann man sich die Vollversion über die VirtualBox Homepage laden und installiern. Diese Version ist im Funktionsumfang vollständig (inkl. USB, RDP usw.), darf aber nicht gewerblich eingesetzt werden.
- gewerblicher Einsatz: Hier bitte Sun kontaktieren für genaue Lizenzbedingungen.

Weiteres zur Open Source Version siehe Kapitel 9)


1.6) Ähnliche Produkte:

VMWARE: http://www.linuxforen.de/forums/show...threadid=47553

Qemu/KVM: http://www.linuxforen.de/forums/showthread.php?t=141201

Parallels: http://www.pro-linux.de/NB3/artikel/...rkstation.html


1.7) Links:

Homepage: http://www.virtualbox.de/

Handbuch (online HTML): http://www.virtualbox.org/manual/UserManual.html

Handbuch (PDF): http://www.virtualbox.de/wiki/Downloads

Download aktuelle Version: http://www.virtualbox.de/wiki/Downloads

Download alte Versionen (>=1.60): http://www.virtualbox.org/wiki/Download_Old_Builds

1. Anlaufstelle bei Problemen:

FAQ: http://www.virtualbox.org/wiki/User_FAQ

FAQ aus VirtualBox Forum: http://forums.virtualbox.org/viewtopic.php?f=1&t=8669

Forum: http://forums.virtualbox.org/

Mailinglisten: http://www.virtualbox.de/wiki/Mailing_lists


1.8) Diverse Howtos:

VirtualBox / Suse: http://en.opensuse.org/VirtualBox


1.9) Fertige Images

Auch für VirtualBox sind fertige Images zum testen vorhanden.

http://www.sysprobs.com/pre-installe...-vdi-downloads
http://virtualboximages.com//book
http://virtualboxes.org/
http://forums.virtualbox.org/viewtopic.php?t=837

Auch die Übernahme von Images anderer Produkte (VMWARE, Qemu/KVM, Xen) ist möglich, siehe Kapitel 8)."


Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 8. Juli 2010 )
 
weiter >