Der Jakobsweg in Brandenburg
Geschrieben von Bernhard Husch   
Freitag, 10. Juni 2011

Der Jakobsweg in Brandenburg

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Wer glaubt, der Jakobsweg sei eine Erholung, der irrt! Ein Buchgeschenk brachte mich auf die Idee, es einmal zu versuchen. Nicht zu Fuß, sondern mit dem Fahrrad. Hier kann man die Strecke auf der Karte verfolgen.


Vom Hauptbahnhof Frankfurt (Oder) geht es los in Richtung Westen. Wir wählten die etwas andere Variante als im Buch beschrieben, fuhren an einigen Instituten der Viadrina vorbei, an einer Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und gelangten schließlich an den Frankfurter Stadtwald.

Ist man bisher nur auf asphaltierten Straßen gefahren, geht es nun auf Waldwegen weiter, deren Qualität mit zunehmender Entfernung vom Stadtzentrum immer mehr abnimmt. Die Landschaft ist hügelig und man freut sich, wenn nach einer Steigung wieder eine Gefällestrecke kommt. Die beste Ausrüstung für diese Strecke ist ein Mountainbike.

Nach einer schweißtreibenden Fahrt durch den Wald gelangt man schließlich nach Sieversdorf. Hier findet man die schöne Dorfkirche mit dem wunderbar restaurierten Innenraum. Weiter ins Dorf hinenfindet sich auf der linken Straßenseite die Orgelwerkstatt Scheffler.

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Von Sieversdorf fährt man weiter - nun schön bergab - zum Gut Klostermühle. Wir lesen auf friendstipps.eu:

"Nur 60 Autobahn-Minuten von Berlin entfernt liegt das Natur Resort Gut Klostermühle an einem märchenhaften Ort, wo sich bereits Mönche im 14. Jahrhundert wohl fühlten, ein Fischer- und Forsthaus errichteten und mit Hilfe einer Wassermühle die umliegenden Bewohner mit Mehl versorgten. Die Geschichte gibt dem Resort noch heute seinen Namen: Gut Klostermühle. Doch nicht nur bei den Kartäuser Mönchen war dieser Ort beliebt, später entdeckten Fontane, Einstein und andere berühmte Persönlichkeiten diesen romantischen Ort voller Energie."

Das "Wellness"-Hotel macht einen sehr gepflegten Eindruck, es liegt wirklich sehr idyllisch am Madlitzer See - aber man muss doch schon recht gut bei Kasse sein, um sich hier einen Aufenthalt zu gönnen. 

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Wir fahren nun auf glatter Strecke ca. 1 km weiter nach Alt-Madlitz und gelangen an den ältesten englischen Landschaftspark in Brandenburg am Schlossgut Alt-Madlitz . Man kann den Park besichtigen, auch eine Führung wird angeboten.

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Der Weg führt uns weiter über Falkenberg, Demnitz, Hasenfelde nach Heinersdorf, das an einem idyllischen See liegt. Der Jakobsweg ist von hier ab schön ausgebaut, von Wanderern und Radfahrern in gleicher Weise gut nutzbar. Er verläuft gleich mit der "Märkischen Schlössertour ", einem Fernradweg der vom Tourismusverband Seenland Oder-Spree e.V. angeboten wird. Weiter geht es auf dieser gut ausgebauten Strecke nach Müncheberg.

img_0022.jpg Müncheberg wird auch "Das Tor zur Märkischen Schweiz " genannt. Wir halten uns hier nicht auf, weil wir die Stadt schon von vorhergegangenen Besuchen kennen und weil es inzwischen schon recht heftig regnet und Blitz und Donner immer näher kommen. Deswegen fahren wir - in Abwandlung der Tour auf dem Jakobsweg - nun nach Buckow im Herzen der Märkischen Schweiz.

Der Weg dorthin ist etwas anstrengend: weil wir an der Bahnstation von Müncheberg nicht den Anfang des Fahrradweges gefunden haben, da dort gerade Bauarbeiten stattgefunden haben, fahren wir wieder auf Waldwegen nach Buckow und lassen Waldsieversdorf, das wir eigentlich durchqueren wollten, westlich liegen. Dieser Streckenabschnitt ist wirklich anstrengend, da die uns Waldwege die Eigenschaft "märkische Streusandbüchse" naturnah präsentieren. Steigungen und Gefälle lösen sich ab; die Gefällestrecken kann der Radler jedoch nicht genießen, weil er entweder durch Tiefsand oder Schotter fahren muss. Die letzten 100 m nach Buckow tragen wir unsere Räder schließlich noch eine Treppe herunter.

Da der Regen inzwischen noch heftiger geworden ist, verzichten wir auf eine Besichtigung Buckows, das wir mehrfach in der frühen Nachwendezeit besucht haben. Wir fahren nun direkt auf der Landstraße nach Strausberg, wo wir die S-Bahn nach Berlin besteigen können.

Fazit

Am Schluss fragt man sich immer: "Was lernt uns das?" Laughing

Wie das Wetter wird, kann man nicht wirklich wissen. An unserem Reisetag waren Gewitter vorausgesagt - allerdings waren sie das auch schon die Tage vorher und da herrschte wirklich schöner Sonnenschein.

Der Jakobsweg ist eigentlich ein Pilgerweg für Fußgänger. Mit einem Trekkingrad, wie wir es benutzten, fährt man nicht wirklich gut auf Waldwegen.

Die Anbindung von und nach Berlin ist ideal: Nach Frankfurt (Oder) fährt mindestens stündlich die Regionalbahn, Strausberg ist durch die S-Bahn an Berlin angebunden - sie fährt meist halbstündlich.

Wir haben 81 km in sehr unterschiedlichem Gelände zurückgelegt. Dafür brauchten wir (einschl. Pausen) ca. sechs Stunden und haben insgesamt 375 Höhenmeter überwunden.

Diese Tour ist für geübte Radfahrer empfehlenswert. Die Route, die wir benutzt haben, lässt sich mit einem Moutainbike am Besten bewältigen.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 10. Juni 2011 )
 
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