Geschrieben von Bernhard Husch   
Freitag, 27. Juni 2008

Openstreetmap - digitale Landkarten

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Digitale Landkarten von Google Maps oder Yahoo - wer hat sie nicht schon benutzt? Doch die Freude ist getrübt: man kann sie nicht nach Lust und Laune nutzen, weil sie natürlich dem Urheberrecht unterliegen. Das Bestechende an der Sache ist: jeder kann sich an der Kartenproduktion beteiligen.

280px-creativecommond_logo_trademark.svg.png In seiner Nummer 2/2008 berichtete das Magazin DER SPIEGEL über ein größenwahnsinniges Projekt: eine unübersehbare Anzahl von Freiwilligen weltweit haben sich auf die Fahnen geschrieben, die Erde zu vermessen und zu kartieren. Dazu sammeln sie selbst oder andere Geodaten an allen Orten der Erde, um sie mit dem Computer aufzubereiten und nach Art eines Wiki im World Wide Web als Openstreetmap der Allgemeinheit lizenzkostenfrei zur Verfügung zu stellen. Das Kartenmaterial ist deswegen aber nicht lizentfrei, sondern unterliegt der  Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 Lizenz.

Wie funktioniert das eigentlich? Möglicherweise sieht man einmal in seinem Wohngebiet auf den Straßen Gruppen von Menschen oder Einzelpersonen mit GPS-Empfängern, Digitalkameras, Schreibblöcken und/oder Diktiergeräten herumlaufen oder auf Fahrrädern umherschweifen, die schwer beschäftigt scheinen. Eben das sind jene Freiwilligen, die die Geodaten von einem Wohngebiet aufnehmen.

Ein Praxisbeispiel: Ich möchte die Passage Karl-Marx-Straße in Neukölln in Geodaten erfassen. Mein Handwerkszeug sind ein GPS-Empfänger und ein Notizblock samt Kugelschreiber - mein GPS-Empfänger ist eingeschaltet und bereit, Positionsdaten aufzunehmen. Am Eingang zur Passage nehme ich den ersten Punkt des aufzunehmenden Wegs auf. Ich notiere mir auf dem Notizblock: "Eingang Passage Karl-Marx-Str.". Ich gehe in die Passage, in Höhe der Unterführung unter dem Gebäude des Kinos und der Neuköllner Oper nehme ich den nächsten Punkt auf und notiere ihn entsprechend. Nach der Unterführung und am Ende der Passage nehme ich auch Punkte auf und dokumentiere sie auf meinem Notizblock. Die erste Arbeit ist getan. Mehr möchte ich heute in "freier Wildbahn" nicht tun.

Anschließend begebe ich mich nach Hause und kopiere die gespeicherten Positionsdaten meines Weges durch die Neuköllner Passage auf meinem Rechner. Hier kann ich sie auf unterschiedliche Weise so aufbereiten, dass sie in das Openstreetmap-Projekt integriert werden können und so zu einer frei verfügbaren Weltkarte einen Beitrag leisten.

Die Weiterverarbeitung ist allerdings so komplex, dass ihr in lockerer Folge und durch Sammeln von Erfahrungen weitere Kapitel in diesem Umfeld gewidmet werden.

Für Interessierte gibt es ein deutschsprachiges Wiki, das besonders für Anfänger geeignet ist. Lesen Sie hier weiter...

Ansonsten möchte ich alle Interessenten ermutigen, sich an der Ergänzung der Karte zu beteiligen. Das kann man auch ohne GPS-Empfänger - eine solide Ortskenntnis reicht. Benötigt werden immer noch weitere Daten - seien es Straßennamen oder Points of interest (POI), die in die digitalen Karten eingetragen werden müssten. Nur durch die Mithilfe vieler Ortskundiger kann so ein vollständiges Kartenwerk entstehen.

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 12. Juli 2008 )
 
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