Island - kurz und schmerzlos
Geschrieben von Bernhard Husch   
Freitag, 3. Oktober 2008

Island - kurz und schmerzlos

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 Viele träumen von Island als Reiseziel - für Romantiker ist das allerdings nichts... Wie kann man Island in zwei Tagen "erledigen"?


Japanische Touristen hätten es nicht besser machen können: Island in zwei Tagen. Natürlich kann man dabei nur einen ersten Eindruck gewinnen.

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Blick in einen  Vulkankrater

Eine Dienstreise war der Anlass für dieses Erlebnis: es sollte in der Nähe von Reykjavik richtig gearbeitet werden, was auch wirklich gemacht wurde. Die freie Zeit rundherum wurde allerdings genutzt, um sich einen Eindruck von der nördlichen Insel zu verschaffen.

In Sachen Energie besuchten wir natürlich auch geothermische Kraftwerke, wobei wir erstaunt feststellen mussten, dass manche der physikalischen Prinzipien, die wir aus dem Studium kannten, hier scheinbar auf den Kopf gestellt wurden. Interessant war die Antwort auf die Frage, was ein Isländer für eine Kilowattstunde Energie bezahlen muss: es sind Bruchteile von Eurocent! Das erklärt auch, warum es in allen Räumen so unwahrscheinlich warm war und warum überall quer gelüftet wurde, was bei uns als Energie verschwendend geächtet ist.

img_0136.jpgIsland ist ein Reiseziel für echte Naturliebhaber, die auch Regen und Kälte wegstecken, ohne mit der Wimper zu zucken. Rcihtig kalt ist es eigentlich nicht, denn der Golfstrom fließt ja auch an der Insel vorbei; aber heftiger Wind bei nicht allzu hohen Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit lassen einen Eindruck von Kälte entstehen.

Imposant ist die Blaue Lagune, ein System von Teichen das von heißen Quellen gespeist wird. Man taucht in den seichten Teich ein und fühlt sich einfach wohl: für Menschen mit Rückenproblemen ist das eine wahre Wohltat.

Imposant auch die Naturgewalten, die hier frei werden: der riesige Wasserfall Gulfoss und die Geysire. Besonders gewöhnungsbedürftig sind für uns Stadtmenschen die Straßen im Landesinneren, die die reinsten Stoßdämpfer-Teststrecken sind und den malträtierten Rücken einer außerordentlichen Belastungsprobe aussetzen.

Wer bei Isländern zu Gast ist, muss sich auch einem Test der Verträglichkeit von außergewöhnlichen Nahrungsmitteln aussetzen. "Rotten shark" - vermoderter Haifisch ist für die Isländer eine Delikatesse, die sie hauptsächlich deswegen zu essen scheinen, weil sie den Anlass zum Schnapsgenuss bietet. Nie hat der Autor etwas scheußlicheres zu sich genommen wie rotten shark; der hinterher hintergegossene Schnaps konnte auch am nächsten Tag die leichte Übelkeit nicht beseitigen. Das muss man unbedingt probiert haben.

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Apropos Schnaps - in Island sind nicht nur die alkoholischen Getränke teuer. Allgemein ist hier der Lebensstandard erheblich höher als bei uns. Ein Restaurantbesuch kostet beinahe ein kleines Vermögen.

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Island hat nur 316000 Einwohner, weniger als manch Berliner Bezirk. Das erklärt auch, warum es keine markanten Stadtbilder gibt. Man baut eher großflächig, lieber modern - es gibt keinje wirklich historisch wichtigen Gebäude und bei den Städten keine markante Skyline.

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Ein besonderes Erlebnis unsrer Reise war ein Empfang beim isländischen Staatspräsidenten. Es ist schließlich nicht alltäglich, einem Staatsoberhaupt die Hand zu schütteln und auf Augenhöhe zu begegnen, ohne dass Massen von Bodyguards die Landschaft bevölkern.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 3. Oktober 2008 )
 
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