| Rentnergebirge |
| Geschrieben von Bernhard Husch | |
| Sonntag, 24. Mai 2009 | |
Reise ins RentnergebirgeGerade kürzlich haben wir darüber diskutiert, welche Region vor der Wende von den Wessies als Rentnergebirge bezeichnet wurde: Frankenwald, Fichtelgebirge oder Harz?
Es ist eigentlich wurscht! Sowohl der Harz als auch das Fichtelgebirge wurden immer von den Berliner Rentnern als Ferienziel gewählt. Wir waren diesmal wieder im Fichtelgebirge. Hof - in Bayern ganz oben (so seit Langem schon die Eigenwerbung) - stellt das Tor zum Frankenwald dar. In Vorwendezeiten war diese Stadt immer der erste Anlaufpunkt nach der abenteuerlichen Fahrt über die Transitautobahn. Sehenswert ist das spätbarocke Rathaus, das nach dem Stadtbrand von 1823 erneut zum wiederholten Mal aufgebaut wurde.
Direkt am Boulevard von Hof gelegen bietet es einen touristischen Höhepunkt in der eher etwas langweiligen Stadt. Es gibt einige nette Geschäfte mit Handwerksarbeiten aus der Region; leider immer wieder unterbrochen durch die mittlerweile in deutschen Städte unvermeidlichen Telefon- und Imbissläden.
Nicht weit entfernt von Hof liegt die Stadt Selb, die bekannt ist durch ihre Prozellanindustrie. Über den hier ansässigen Rosenthal-Konzern wurde Anfang Januar 2009 von der endgültigen Insolvenz u. a. im TAGESSPIEGEL berichtet (s. hier ). Aber auch heute noch besteht das Werk und natürlich auch der Werksverkauf, in dem man sich immer noch mit Porzellan ausstatten kann. Aber auch andere Porzellanhersteller bieten hier in der Gegend ihre Produkte direkt ab Werk an, auch findet man hier inzwischen viele so genannte Outlet-Stores.
Scharen von Tempelhofer Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern ist das Fichtelgebirge ein Begriff durch Aufenthalte im Landschulheim Warmensteinach. Anfang der 70er Jahre haben wir in einer Jugendherberge in Oberwarmensteinach anlässlich einer Radtour durch das Fichtelgebirge übernachtet; die scheint es aber nicht mehr zu geben.
Am Fuße des Ochsenkopfes, liegt die Gemeinde Fichtelberg am idyllisch gelegenen Fichtelsee . Dieser künstlich angelegte See ist ein landschaftliches Kleinod, das eigentlich zur Gemeinde Bischofsgrün gehört.
Blick auf den Fichtelsee
Für den ungeübten Wanderer gibt es einen bequemen Weg rund um den See, der leicht in 45 Minuten zu bewältigen ist. Ein Freibad für die Abkühlung an heißen Tagen und ein Cafè für wahlweise Temperaturänderung des durch die Wanderung geschwächten Körpers zu jeder Jahreszeit runden den Freizeitwert dieser Lokalität ab. In Erzählungen älterer Leute kehren immer wieder Berichte über schöne Kuraufenthalte in Bad Berneck wieder. Bad Berneck bezeichnet sich selbst in der Internetwerbung als das versteckte Paradies. Eher müsste man sagen: das vergessene Paradies, denn das kleine Städtchen wirkt auf den touristischen Betrachter als hätte man im Laufe der vergangenen dreißig Jahre vergessen, irgendwelche Neuerungen vorzunehmen.
Das Kurhaus ist nicht wirklich ansprechend, auch wirken alle Hotels am Ort schon etwas antiquiert. Kneippkuren sind hier besonders angesagt.
Der Kurpark ist schon recht klein, ein Hotel im Stadtzentrum schaut den Betrachter aus leeren Fensterhöhlen an... Es lädt nicht wirklich zum Verweilen ein.
Aber wie überall im Fichtelgebirge ist die Landschaft für den moderaten Wanderer wie geschaffen. Wanderwege sind hervorragend ausgezeichnet - sie stellen auch nicht allzu hohe Ansprüche an die Kondition. Genau richtig für den ambitionierten Rentner - die Bezeichnung Rentnergebirge trifft hier also voll zu... |
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 21. Juni 2009 ) |
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